Widmung einer Kleinstadt oder auch wie wir versuchen nicht im Meer zu kentern.

 

  Immer wenn ich Zuhause bin und morgens aufwache, sehe ich diese wunderschönen, hässlichen Wohnhäuser aus dem Fenster. Früher ist es mir nie aufgefallen aber jetzt erst merke ich wie schön sie sind. Überhaubt alles ist hier wunderschön. Die Mülltonnen an der Ecke mit überquellendem Dreck, der Bahnhof, der fünf Minuten von mir entfernt liegt und von wo ich immer bis spätnachts noch die Melodien der Züge höre, die Sonnenuntergänge über den Hügeln der Stadt (meinen letzten Sonnenaufgang in Deutschland habe ich vor etwa zwei miterleben dürfen) und sogar meine netten, lieben, aufgeschlossenen, spiessigen, langweiligen, furchtbaren Nachbarn, die in dieser wunderbaren, sauberen Stadt leben. Als ich noch hier lebte konnte ich das alles irgendwie nie schätzen (und wahrscheinlich werde ich es nie lernen) aber seitdem ich weit weg von zu Hause in einem total anderen Kulturkreis lebe (liebe Moldawen...bitte versteht mich nicht falsch. Ihr habt schon den richtigen "moldovan way of life" habe ich eines gelernt. Den Platz zu lieben, wo ich aufgewachsen bin, zur Schule gegangen bin, meine erste Liebe kennengelernt habe, meine erste Zigarette geraucht habe, meinen ersten Scheiss gebaut habe und wo ein paar Menschen leben, die mir richtig ans Herz gewachsen sind.

Das Leben ist ein stürmisches, wildes, wunderschönes, unergründliches Meer und wir sind die kleinen Schiffe darin. Ich persönlich betrachte mich als Endeckerschiff. Logischerweise weiss das Endeckerschiff, dass es weit, weit raus muss. Aber wie jedes Schiff braucht auch das Endeckerschiff einen sicheren Hafen. Vielleicht sogar gerade das Endeckerschiff. Wer weiss....darüber hat jeder seine eigene Meinung.

11.1.07 02:06

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